2008

 

Martin Spitzer
(Gitarre)

Jurybegründung:
Es gibt Menschen, die es laut und niemals leise können. Die sich unbedingt immer in den Vordergrund spielen müssen, weil sie meinen, dass nur dort die Musik spielt. Auf die Dauer sind solche Menschen unglaublich anstrengend und meistens ziemlich einsam. Und wenn erschwerend in der Rockmusik die Vorgabe des „Schneller-Lauter-Weiter“ immer neue Opfer findet, dann passieren glücklicherweise im Jazz ganz andere Dinge: hier funktionieren auch die leisen Töne, und auf das Miteinander kommt es an. Einer, der diese Kunst beherrscht, ist der Gitarrist Martin Spitzer. Mit Flip Philip oder Häns’sche Weis hat er gespielt, und als Gitarrenlehrer vom Saitenwunderkind Diknu Schneeburger rückte auch er kürzlich ins Rampenlicht, er, der mit Engagement und Rhythmusgefühl, unaufdringlicher Präsenz und nicht nach lassender Konzentration auf das Wesentliche dafür sorgt, dass Solisten nicht plötzlich im luftleeren Raum hängen. Er, der Sideman, der mit seinem Spiel dafür Sorge trägt, dass alle auseinander driftenden Momente der Musik zusammen finden und zusammen bleiben. Er, der den Lauten Raum gibt, damit auch die Leisen einmal triumphieren können.