N.Y. SCHOLARSHIP 2008 rucker report


Berichterstattung NYC-Stipendium
von Fabian Rucker

DIE REISE
Bevor ich die Reise angetreten habe, war ich noch eine Woche mit meiner Band: “namby-pamby boy” auf Tour, um so richtig spielgeil in New York anzukommen. Die Koffer waren gepackt, es konnte losgehen.
Angekommen bin ich am 23. März 2009. Vom JFK aus ging es nach Manhattan, wo ich mich für die ersten zwei Wochen in ein Hotel eingemietet habe. Gleich am ersten Tag, bzw. Abend, habe ich mich mit Stephan Kondert, Matthias Löscher, Peter Kronreif, Werner Zangerle und Reinhard Schraml im Smalls getroffen. Quasi Österreicher unter sich. Die Band war genau der Einstieg den ich brauchte! Ethan Iverson mit Ben Street und dem genialen, unvergesslichen Albert “Tootie” Heath. Wer dort war weiß warum unvergesslich! Nach dem Gig noch kurz ein Bier und zum ersten und letzen Mal um 1:30 ins Bett. Next Day 7:11, fuck the jetlag!!!!
Am nächsten Tag gings dann zu AT&T zum oblgatorischen Handykauf. Mit “Pistol” Kronreif in den Central Park, zum Corner Bistro, in die Coffee Bakery und anschließend in den Jazz Standard zu Gary Versace, Donny Mc Caslin, Adam Rodgers und Clarence Penn. Dort sind wir wieder auf Werner Zangerle gestoßen (New York ist ein Dorf). Allerdings nur ein Set, dann in die Heartland Brewery zum unglaublichsten (negativ!!!!) Bier der Welt. Starkbier, süß wie Cola.
An den nächsten Tagen gings nach Brooklyn (Snacktip: Healthy Nibbles Flatbush Ave / 7th Ave) und ganz wichtig, in die Donut Bakery. Klar ich und Donut denkt man, falsch!!!! Dort hab ich mir meinen ersten Gig in NYC aufgerissen. R’n’B mit dem Neffen von George Adams (Tenorist bei Mingus). Also, wer einen Gig in NYC will und lange wartet sieht früher oder später so aus wie ich.
Die ersten Proben und Jams folgten sowie Konzerte, dazwischen Zeiten der Verzweiflung, weil mir eine Wohnmöglichkeit ausgefallen ist.Besuche im MOMA...Es ging hinaus nach New Jersey ins Studio von Dave Joubert, ein Pianist und Produzent (hat schon mit Stevie Wonder und Mike Philly gespielt) um dort Beats für den R’n’B Gig vorzuproduzieren. Erwähnenswert wäre eigentlich auch noch der Proberaum. Ein Keller mit 8 Proberäumen genannt: “The Sweatshop” in Williamsburg bei der L-Train Haltestelle Lorimer Street. Neben uns probten Punk-Bands, Heavy Metal......und wir, seichter, leichtfüßiger R’n’B. Schön, John Zorn hätte seine Freude gehabt, wäre er am Gang gestanden.
Am 2. April gings für mich dann nach Bushwick/East Williamsburg in die Wohnung von Reinhard Schraml (der leider nicht mehr einreisen darf, warum auch immer, lange Geschichte, hat sich alles abgespielt wie ich gerade sein Zimmer hatte). Die Wohnung war ein riesiges Loft mit lebensgroßem Spielzeug Pony, einer Lüftung die sämtliche Lautstärkenvorschriften missachtet und vier Zimmern, jedes in einer anderen Farbe. in der Mitte des Wohnzimmers standen bunt zusammengewürfelt Couches und Sofas. Ein Dj-Pult mit Turntables und einer großen BOS...(ich mach hier keine Werbung) Anlage. Kurz und bündig: SCHÖN! Meine Roomies waren Chuck (I’ll never forget that guy!!), Andres und Greg.
Dort ging es dann so richtig mit dem Arbeiten los. Ich hatte mir eine Aufnahme zum Editieren mitgenommen. Stunden des Schneidens, Übens... Ich traf dann auch endlich Jim Black, dessen Wohnung ich dann in zwei Wochen bezogen habe.
Am 7.April war es dann so weit. Mein erster Gig in New York, im Drom (Lower East Side) und wie befürchtet hat alles später angefangen und Geld gabs dann auch keines. Ein typischer erster Gig eben.
Zwei Tage später kamen dann zwei gute Freunde, Shayan Fathi und Darius Edlinger mit denen ich abhängte und Konzerte besuchte bis zum Abwinken.
In den darauffolgenden Tagen passierte ,außer wie eigentlich sonst auch jeden Abend Konzerte, ein unglaublich inspirierender Jam mit Jim Black, Stephan Kondert und Matthias Löscher. Weiters gingen wir auch auf einige Gigs der Roots, die zu der Zeit einen steady gig im Highline Ballroom hatten. Auf der Bühne waren neben den Roots auch immer Gastmusiker, Sänger und natürlich Rapper. Leute wie: Robert Glasper, Casey Benjamin, Dave Fiuncinsky, James Poyser,... da dachte ich mir, ich frage einfach nach ob sie evtl. einen Saxophonisten brauchen. Ich schrieb ein Mail ans Management, Questove checkte alles und so wurde ich engeladen mit den Roots zu spielen. Zwei mal ließen sie mich Backstage brodeln bis ich endlich mit ihnen auf die Bühne durfte. Es war der Wahnsinn, ein Traum ging in Erfüllung, mit Questlove im Rücken zu spielen war einfach unpackbar.
Weiter gings wie immer mit unzähligen Konzerten, Üben, Chillen, Produzieren,...
Ich übersiedelte nach Brooklyn, meine Freundin und meine Eltern besuchten mich...sprich Sightseeing, Urlaub, entspannen...SCHÖN.
Ich nahm Stunden, jammte und genoss die Zeit in NYC. Obwohl ich in der Mitte meines Aufenthaltes gehörig ins Zweifeln geriet, ob denn das alles, was NYC zu bieten hat es wirklich wert sei, sich einem solchen Lebensstandard zu ergeben und keine Gagen zu verdienen. Mittlerweile weiß ich allerdings, dass diese Stadt einfach etwas ganz Spezielles hat, was man sonst nirgends auf der Welt finden kann. Die Energie, das Tempo, die Fülle an Spitzenmusikern und außergewöhnlicher Kunst, das alles ist einfach ganz besonders.
In der restlichen Zeit ging es weiter wie gehabt. Eine Sache habe ich vergessen zu erwähnen, den allwöchentlichen Besuch im Laundromat, auch ein Erlebnis!
Ich nahm Stunden bei Ari Hoenig, Will Vinson und Andrew D’Angelo, Mit Andrew hatte ich auch einen tollen Jam. Ein toller Typ, der mir die Augen aufriss und mich unglaublich motivierte.
Neben schönen Spaziergängen in den Parks und durch die Stadt, tollen und nicht ganz so tollen Konzerten. Inspirierenden Museenbesuchen, gutem und viel schlechtem Essen hatte ich dort viel Zeit nachzudenken und mich total zu fokussieren auf was mir wichtig ist. Ich habe gelernt was es heißt wieder von vorne anzufangen. Und hoffentlich die Energie die mir die Stadt gegeben hat abgespeichert. Ohne Musik, dass hat mir diese Stadt gezeigt kann ich nicht, es ist das was mich ausmacht und beflügelt.
Drum jetzt noch einmal ein kurzer Auszug der besten Konzerte, Venues und ein kleiner kulinarischr Empfehlungsguide:
Artists
Ethan Iverson, Ben Street, Albert Tootie Heath, J.-M. Pilc, Francois Moutin, Ari Hoenig, Aaron Parks, Jimmy Greene, Rodney Green, Tim Green, Jeremy Pelt, Danny Grissett, Dave Wong, Greg Hutchinson, Will Vinson, Jonathan Kreisberg, Chris Potter, Craig Taborn, Mark Turner, Jeff Ballard, Adam Rodgers, Clarence Penn, Christian Mc Bride, John Medeski, James Carter, Jim Black, Andrew D’Angelo, Trevor Dunn, The Roots, Robert Glasper, Casey Benjamin, Jojo Mayer, The Real Life Show, Brad Mehldau, Larry Grenadier, Jeff Lee Johnson, Tarus Mateen, Wayne Krantz, Chris Tordini, ... too many Venues
Small’s, 55 Bar, Fat Cat, Highline Ballroom, Poisson Rouge, Jalopy Theatre, Rockwood Music Hall, Blue Note, Jazz Standard, Austrian Cultural Forum, Tea Lounge, The Bellhouse, Nublu, Pianos, Village Underground...
Restaurants
Tai Son (China Town), Ta 51 (51st ST), Wreckroom (nur der BLT, Brooklyn), KIKU (best Sushi in Town, Brooklyn 7Ave/10 ST), Coffee Shop (Burger! Union Square), Corner Bistro (classic Jane ST/8Ave), Donut Pub (14ST/8Ave), Bar Toto (B’lyn 6Ave/11St), Healthy Nibbles (Flatbush Ave/7 Ave)...

Im Herbst gehts zurück zum Musik machen. Eine tolle Stadt, eine neue Herausforderung und viel zu lernen...aber auch schon viel gelernt.
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